Münsterlandtour
Vespa-Veteranen-Club Deutschland e.V.
Münsterland-Tour vom 29. Juni bis 3. Juli Unser   Clubmitglied   Michael   Link   hatte   für   interessierte   Vespisti   des   VVCD   eine   4-tägige   Tour   durch   das Münsterland organisiert. Die   Anreise   erfolgte   am   Mittwoch,   dem   29.   Juni.   Im   Laufe   des   Tages   trafen   immer   mehr   VVCD’ler   ein, teilweise auf eigener Achse, die anderen hatten Ihre Schätzchen auf dem Trailer verladen. Unser   Ziel   war   die   wunderschön   gelegene   Jugendherberge   in   der   Nähe   von   „Haltern   am   See“.   Per   Navi war die Jugendherberge ohne Probleme gefunden, auch wenn sie mitten im Wald lag. Neben   dem   Haupthaus   standen   uns   neu   erbaute   Bungalows   mit   jeweils   einem   4-Bett-Zimmer   und   einem Elternschlafraum    mit    Doppelbett    für    die    nächtlichen    Geräuschveranstalter    als    Einzelzimmer    zur Verfügung. Nach   der   üblichen   ausführlichen   Begrüßungszeremonie   hatte   Michael   für   den   Abend   einen   Grill   reserviert und   für   das   leibliche   Wohl   gesorgt.   Es   ergab   sich   nach   Stärkung   durch   Wurst   und   Steak   mit   leckeren Getränken ein gemüt­licher Abend mit viel Gesprächsstoff.
Donnerstag, 30. Juni Am   nächsten   Morgen   erwartete   uns   am   Buffet   ein   umfangreiches Frühstück   für   jeden   nach   seinem   Geschmack   und   Appetit.   Für uns    war    das    Bistro    reserviert,    die    Jugendlichen    mehrerer Schulkassen    nahmen    im    großen    Speisesaal    Platz.    Für    die Langschläfer   war   die   Schlange   am   Buffet   etwas   länger!   So   ist   das ‘mal im Leben – wer zu spät kommt den bestraft das Leben. So   gegen   10   Uhr   sollte   die   erste   Ausfahrt   beginnen.   Insgesamt hatten   sich   22   Rollerfahrer   mit   Ihren   Vespen   eingefunden.   Die Baujahre   reichten   von   den   Rohrlenkern   von   1953   bis   zur   GTS   aus neuerer Zeit. Das   macht   den   Reiz   des   VVCD   aus,   nicht   nur   alle   Jahrgänge   der Fahrer   sind   dabei,   sondern   auch   in   den   gleichen   Altersklassen   die Fahrzeuge. Ob   der   durchwachsenen   Witterung   ging   es   in   Richtung   Westen   zunächst   mit   einem   kurzen   Zwischenstopp   an   dem   ca.   20   km entfernte   Wasserschloss   „Lembeck“,   dass   mitten   im   Naturpark „Hohe     Mark“     liegt.     Das     Wasserschloss     ist     seit     dem     17. Jahrhundert   im   Familienbesitz   und   stellt   sich   in   einem   sehr   gut erhaltenen   Zustand   dar.   Es   refinanziert   sich   durch   jahreszeitliche Events, Hochzeiten und Seminare und sonst. Veranstaltungen. Danach   starteten   wir   unsere   Oldies   und   es   ging   in   Richtung holländischer   Grenze   zu   dem   50   km   entfernten   malerischen   Ort Winterswyk     (Niederlande).     Kurz     nach     dem     Grenzübergang erkennt    man    die    holländische    Lebensweise,    gut    ausgebaute, alleenbestandene   Straßen,   gepflegte   Backsteinhäuser   und   viele Fahrräder,   aber   das   erwartet   man   ja   auch   von   Holland   –   Holland ist   das   Land   der   Fietse.   Auf   einem   kleinen   zentralen   Parkplatz   in Stadtmitte   stellen   wir   unsere   Roller   ab,   und   nun   kann   jeder   auf eigene    Faust    die    Innenstadt    besuchen    und    sich    über    die Mittagszeit   in   den   vielen   Lokalen   stärken.   Eine   wunderschöne Fußgängerzone   mit   vielen   Geschäften,   Lokalen   und   historischen bunten    Backsteinfassaden.    Und    dann    fanden    wir    noch    ein wunderschönes   Lokal   für   den   Mittagstisch,   leider   konnten   wir nicht   draußen   sitzen,   da   der   Wettergott   uns   einige   ­Regentropfen bescherte.   Gegen   14   Uhr   trafen   sich   alle   Teilnehmer   wieder   an den Rollern und dann traten wir die Rückreise an. Über   wenig   befahrene   Landstraßen   näherten   wir   uns   ­unserem nächsten   Ziel:   das   Modellautomuseum   Siku-Höing   in   Stadtlohn. Hier   begrüßte   uns   die   Eigentümerin   und   wir   hatten   Gelegenheit durch   die   Ausstellungsräume   zu   schlendern.   An   den   Wänden   eine beeindruckende    Anzahl    von    Siku-Modellen    in    verschiedenen Maßstäben    schön    säuberlich    in    Vitrinen    ausgestellt    –    alles Leihgaben    von    Sammlern,    wie    wir    von    der    Eigentümerin erfuhren.   Auch   waren   verschiede   Oldtimer   insbesondere   um   die Marke    „Audi“    vertreten,    die    überwiegend    zugelassen    waren. Diese   Fahrzeuge   konnte   man   für   persönliche   Festivitäten   mieten. Nach    einer    Stärkung    bei    Kaffee    und    Kuchen    im    kleinen Museumscafé, starteten wir zur Rückfahrt in die Jugendherberge. Für   die   Fußballbegeisterten   war   das   Abendprogramm   natürlich durch   die   Europameisterschaft   (Portugal   -   Polen)   geprägt,   die Anderen    hatten    genügend    Zeit    für    unterhaltsame    Gespräche. Insgesamt    ein    erlebnisreicher    Tag    der    auch    weitestgehend trocken    blieb,    was    ja    bei    der    derzeitigen    Wetterlage    nicht selbstverständlich   ist,   aber   wie   sagt   man   so   schön   –   wenn   Engel reisen. Euer Sigi Freitag, 1. Juli Das   Wetter   war   trüb,   die   Stimmung   aber   gut.   Pünktlich   um   9.30 Uhr    setzte    sich    der    „Vespen-Schwarm“    in    Bewegung.    Über malerische     Nebenstraßen     –     exzellent     von     Michael     Link ausgesucht   –   bewegten   wir   uns   in   moderatem   Tempo   (unsere älteste    Vespa    war    Baujahr    1953,    aber    sehr    gut    von    Jochen restauriert),   in   Richtung   Lüdinghausen.   Auf   einem   Parkplatz   in der   Nähe   von   Burg   Vischering   gab   Michael   der   örtlichen   Presse ein Interview. Nach einem Gruppenfoto besuchten wir die Burg. Die   Burg   Vischering   ist   eine   münsterländische   Wasserburg   am nördlichen        Rand        der        nordrhein-westfälischen        Stadt Lüdinghausen,   erbaut   in   der   zweiten   Hälfte   des   13.   Jahrhunderts und   nach   einem   Brand   im   16.   Jahrhundert   wieder   im   Stil   der Renaissance    aufgebaut.    Ein    Führer    berichtete    uns    über    die Geschichte    der    Burg    und    dem    Geschlecht    der    Droste    zu Vischering. Droste   ist   eine   Amtsbezeichnung   –   vergleichbar   dem   Truchsess   die später in den Fa­miliennamen übernommen worden ist. Die   Burg   ist   wegen   des   sumpfigen   Untergrunds   auf   Pfählen   aus Holz   (wie   in   Venedig)   aufgebaut.   Die   Sommer   der   Jahre   1911 und    1912    waren    sehr    trocken    und    sorgten    dafür,    dass    der Wasserspiegel   des   Hausteichs   rapide   absank.   Die   Folge   war,   dass die   Pfahlrostgründung   der   Burg   teilweise   frei   lag   und   die   Pfähle zu   modern   begannen.   Da­bei   verloren   sie   ihre   Tragfähigkeit.   Die gesamte   Burganlage   drohte   auseinanderzubrechen.   Risse   von   bis zu     15     cm     Breite     zeigten     sich     in     den     Fassaden.     Die Burgeigentümer     ließen     deshalb     eine     statische     Sicherung vornehmen.     Die     Installation     von     Stahlbetonelementen     und Radialankern        sorgte        für        ­eine        Aussteifung        des
einsturzgefährdeten Mauergürtels. Wegen   Renovierungsarbeiten   waren   die   Innenräume   der   Burg nur   teilweise   zu   besichtigen,   aber   wir   bekamen   doch   eine Vorstellung über die beeindruckende Burganlage. Mittlerweile   war   die   Zeit   so   weit   vorangeschritten,   dass   wir   an ein   verspätetes   Mittagessen   denken   mussten.   Ein   Spaziergang in   die   ca.   2   km   entfernte   Stadt   Lüdinghausen   ermöglichte   es uns, unserem Hunger Abhilfe zu schaffen. Zurück   zum   Parkplatz,   schwangen   wir   uns   wieder   auf   unsere Vespas   und   fuhren   über   sorgfältig   ausgesuchte   Nebenstraßen zu     unserem     nächsten     Ziel,     dem     alten     Schiffshebewerk Henrichenburg, heute ein interessantes Museum. Der   Schiffsbetrieb   wurde   1962   durch   ein   modernes   Hebewerk ersetzt,     dass     den     Erfordernissen     der     viel     größeren Europaschiffe entspricht. Nach   der   Inbetriebsetzung   des   neuen   Hebewerkes   wurde   das alte   Hebewerk   1969   endgültig   stillgelegt.   Danach   ver­fiel   es. Auch      ein      Abriss      wurde      zunächst      erwogen.      Der Landschaftsverband   Westfalen-Lippe   (LWL)   beschloss   jedoch 1979,   das   technische   Denkmal   als   Standort   des   Westfälischen Industriemuseums   zu   nutzen,   heute   LWL-Industriemuseum. Nach     Restaurierung     und     Rekonstruktion     ist     das     alte Schiffshebewerk   ohne   Wiederherstellung   der   ursprünglichen Funktion      zusammen      mit      seinem      unteren      Vorhafen (Unterwasser),   dem   oberen   Vorhafen   und   einem   Stück   Kanal (Oberwasser) als Museum eröffnet worden. Daneben   kann   man   das   alte   Kessel-   und   Maschinenhaus   mit einer    3-Zylinder-Schiffsdampfmaschine    und    ebenso    alten Siemens­stromgeneratoren besichtigen.  Anschließend   genehmigten   wir   uns   noch   eine   Kaffeepause, bevor   wir   uns   auf   den   26   km   langen   Rückweg   machten.   Auch dieser   Tag   verging   ohne   Unfall   oder   Panne,   der   „Regengott“ hatte ebenfalls ein Einsehen und verschonte uns vor Nässe. Frank Brendgens Samstag, 2. Juli Am   3.   Tag   der   Tour   ging   es   in   die   Stadt   Münster.   Wir   starteten nach   dem   Frühstück   gut   gestärkt.   Um   9.30   Uhr   ging   es   von der   Jugendherberge   los.   Nach   einem   kurzen   Tankstopp   ging es     über     schöne     kleine     Landstraßen     über     die     Dörfer Hausdülmen,   Dülmen-Hiddindsel   und   Senden   in   einen   Vorort von    Münster,    wo    wir    schon    von    unserem    Clubkameraden Andreas   Gattwinkel   (auch   unter   dem   Namen   „Gatti“   bekannt) und   einem   guten   Bekannten   von   den   Vespa-Classic-Freunden Münster,   Jörg   Hemker,   erwartet   wurden.   Sie   halfen   uns   gut zum   Schlossparkplatz   zu   gelangen.   Da   die   Zufahrtsstraßen   in die   Stadt   meist   4-spurig   und   von   vielen   Ampeln   gesäumt   sind, war   es   gut,   dass   sie   uns   begleitet   haben,   denn   die   Gruppe wurde    dreigeteilt.    So    konnte    jeder    eine    Gruppe    führen. Nachdem   wir   die   Vespen   gut   am   Parkplatz   abgestellt   haben, begleiteten   uns   noch   Gatti   und   Jörg   in   die   Stadt   und   erklärten uns   einige   Sehenswürdigkeiten   der   Stadt   Münster,   wie   z.   B. das   bekannten   Haus   „Antiquariat   Wilsberg“   aus   der   Tatort- Serie      „Münster“      den      Dom,      das      Rathaus      und      die Marktpfarrkirche   „Sant   Lamberti“.   Nach   der   kleinen   Führung verabschiedeten    sich    die    beiden    und    nun    hatte    jeder    1,5 Stunden   Zeit,   auf   eigene   Faust   die   Stadt   zu   erkunden   und Mittag   zu   essen.   Als   alle   nach   abgemachter   Uhrzeit   wieder   am Parkplatz   eintrafen,   zahlten   wir   gerade   mal   6,00   Euro   für   2,5 Stunden und 16 Roller – Respekt! Von   hier   aus   ging   es   weiter   nach   Havixbeck,   wo   wir   mit   viel Glück   trocken   angekommen   sind.   Kurz   vor   dem   Ziel   sind   wir noch   sehr   dunkeln   Regenwolken   ausgewichen.   In   Havixbeck besuchten   wir   ein   Sandsteinmuseum,   wo   wir   einiges   über   die Tätigkeiten   der   Steinmetze   erfahren   konnten.   Im   Münsterland war     es     beliebt,     seine     Häuser     und     Hofanlagen     mit Sandsteinelementen   zu   schmücken.   Im   Museum   haben   wir uns   noch   ‘mal   ordentlich   mit   einem   Stück   Torte   und   einer Tasse Kaffee gestärkt, bevor es wieder weiterging. Unser   Weg   führte   uns   durch   die   Baumberge,   durchs   Stevertal, durch    die    Ortschaften    Nottuln-Schapdetten,    Dülmen-Rorup, Dülmen-Merfeld,      Haltern-Lavesum      zur      Jugendherberge Haltern   am   See.   Leider   hatten   wir   das   Pech,   dass   wir   etwa   6 km   vor   der   Jugendherberge   in   einen   Platzregen   geraten   sind. Zum   Glück,   kurz   vor   der   Autobahnanschlusstelle   Lavesum,   wo wir uns unter der Brücke unterstellen konnten. Nachdem   es   etwas   aufgehört   hatte   zu   regnen,   fuhren   wir weiter   zur   Unterkunft   wo   unser   Abendessen   schon   auf   uns wartete. Den   Abend   ließen   wir   mit   dem   EM-Spiel   Deutschland   gegen Italien ausklingen. Michael Link
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