Harz-Tour 2016
Vespa-Veteranen-Club Deutschland e.V.
Mit dem VVCD im Harz unterwegs Anreise, Freitag, 4. September 2015 Auf   zur   Harztour!   –   Ich   hatte   mich   schon   lange   darauf   gefreut.   Irgendwie   kam   ich   am   Freitag   erst   gegen 16    Uhr    los    und    musste    mich    etwas    sputen,    um    zum    Abendessen    noch    einigermaßen    pünktlich anzukommen. Die Fahrt war relativ entspannt, ohne Stau, dafür bei Sonnenschein. Samstag, 5. September Das kleine Hotel hatte Max gut ausgesucht – die Atmosphäre war sehr familiär und gemütlich. Der   Wecker   klingelte   um   7.30   Uhr   –   trübes   Licht   im   Zimmer,   bestimmt   noch   viel   zu   früh   zum   Aufstehen ...   Leider   nein,   und   draußen   war’s   grau   in   grau   mit   Dauerregen.   So   war   dann   die   Stimmung   beim Frühstück schon etwas gedämpft.
Um   9.30   Uhr   starteten   wir   Richtung   Sankt   Andreasberg   über schöne   kleine   Sträßchen.   Leider   war   von   der   Landschaft   wegen Regen     und     Nebel     nicht     viel     zu     sehen.     Ziel     war     das Bergwerksmuseum    Grube    Samson.    Hier    wurde    uns    sehr anschaulich   ein   Einblick   in   die   Lebens-   und   Arbeitsbedingungen der   Oberharzer   Bergleute   vermittelt.   Die   ausgeklügelte   Technik der    damaligen    Zeit    ist    sehr    beeindruckend:    Die    großen Wasserräder   zum   Antrieb   der   Förderkörbe   und   Wasserpumpen oder   die   aufwändig   angelegten   Teich-   und   Grabensysteme   zur Versorgung   der   Wasserräder   sind   sehr   interessant.   Dort   wurden uns   auch   einige   Begriffe   aus   der   Bergmannssprache   erklärt, was z. B. Fahrkunst, Wasserkunst oder Wetter bedeutet. Anschließend   waren   wir   zu   Gast   bei   dem   Heimatbund   Ewerharz (Oberharz),   Gruppe   Annerschbarrich   (Andreasberg),   die   uns   bei Kaffee   und   Kuchen   mit   heimatlichem   Gesang   verwöhnten.   Zu meinem   Erstaunen   ist   Jodeln   keine   alleinig   bayerische   Kunst, die Harzer können das mindestens genauso gut. Frisch    gestärkt    ging    es    im    gewohnten    Regen    von    Sankt Andeasberg   Richtung   Bad   Lauterberg,   wo   wir   unterwegs   am Wiesenbeker   Teich   vorbeischauten   (einer   der   Stauseen,   die   für die    Versorgung    der    Wasserräder    angelegt    worden    waren). Gegen   18   Uhr   trafen   wir   beim   Restaurant   „Zum   Belgier“   ein,   wo wir    zu    Abend    aßen.    Gesättigt    und    müde    von    den    vielen Eindrücken   des   Tages,   fuhren   wir   gegen   19.30   Uhr   zurück   zu unserem   Hotel   Prinzen,   wo   wir   den   Abend   bei   angenehmen einheimischen Getränken ausklingen ließen. Erwähnt    werden    soll    auch    der    Erfindungsgeist    der    Harzer Apotheker.   Neben   dem   Schirker   Feuerstein   gibt   es   sowohl   in Clausthal   als   auch   in   Zellfeld   einen   Berggeist,   welche   bis   heute in   der   jeweiligen   Apotheke   hergestellt   und   vertrieben   werden. Bei   dem   Klärungsversuch   welcher   der   beiden   der   bessere   ist, wurde über die Woche so manches Glas geleert ... Die   Berggeister   sind   kein   Schnaps,   sondern   Medizin   und   daher nur in den Apotheken erhältlich. Holger Leib
Sonntag, 6. September Heute   ist   der   zweite   Regentag   infolge.   Die   geplante   Tour   zur nahen    Bergstadt    Altenau    fällt    buchstäblich    ins    Wasser.    Die angemeldete    Besichtigung    des    Harzwasserwerks    am    Ortsrand von   Clausthal-Zellerfeld   jedoch   nicht   und   so   wurden   wir   kurz nach   10   Uhr   auf   dem   dortigen   Betriebshof,   nach   dem   Abstellen unserer   Roller,   vom   zuständigen   Betriebsleiter   empfangen   und herzlich begrüßt. Im    Hörsaal    wurden    wir    anschließend    über    die    Oberharzer Wasserwirtschaft     informiert.     Unter     zur     Hilfenahme     einer topographischen   Landkarte   zeigte   man   uns   die   verzweigten,   mit Schlägel   und   Bergeisen   bearbeiteten   Stollen,   die   kilometerweit das   Wasser   aus   den   Teichen   zur   Erzgrube   transportierten.   Die Kraft    des    Wassers    wurde    dort    über    Holzräder    laufend,    zum Hochziehen   der   mit   Erzgestein   gefüllten   Körbe   eingesetzt.   Im angrenzenden   Museum   war   unter   anderem   die   geographische Darstellung      des      Harzgebirges      (Täler      und      Höhen      in Holzausführung)    zu    bewundern.    Dieses    Objekt    stand    unter anderem   zur   Weltausstellung   Anfang   des   20.   Jahrhunderts   in   den USA im deut- schen    Pavillon    aus.    Weitere    Objekte    im    Museum    müssen unerwähnt   bleiben,   da   die   Zeit   zum   Aufbruch   drängte,   stand doch     noch     die     Begehung     (bergmännisch:     Befahrung)     des Hasenbacher Wasserlaufes an. Also:   Rein   in   die   Regenkleidung,   rauf   auf   den   Roller   und   rüber   zu den    Flambacher    Teichen.    Ein    Begleitfahrzeug    des    Oberharzer Wasserwerkes   führte   uns   zu   einem   teichnahen   Parkplatz   und   in wenigen   Minuten   stand   die   ganze   Gruppe   uniformiert   gekleidet da,    mit:    Gummistiefeln,    gelber    Regenjacke,    roten    Helm    und hellleuchtender    Taschenlampe.    Einige    waren    nicht    wieder    zu erkennen   und   mit   lautem   Gelächter   zog   die   bunte   Truppe   zum Stolleneingang.   Dort   angekommen,   wurde   es   merklich   ruhiger, denn   die   Stollenhöhe   ist   der   Körpergröße   der   damaligen   Erbauer (14./15.    Jahrhundert)    angepasst    und    zwingt    den    heutigen Besucher    bei    der    Begehung    zum    Kopfeinziehen.    Nach    dieser Belehrung   begann   der   Einzeleinstieg   in   den   dunklen   Wasserlauf und    weiter    im    Gänsemarsch    über    wassergefüllte    Löcher    im Erdboden   und   vorbei   an   seitlichen   Felsvorsprüngen   an   denen   sich von    Zeit    zu    Zeit    der    eine    oder    andere    seinen    „Wersching“ (pfälzisch:    Kopf)    anschlug.    Nach    650    m    und    vielen    kleinen „Fehltritten“   standen   alle   wieder   am   Stollenausgang   und   es   bleibt zu hoffen, dass mancher Kopfstoß positiv zu bewerten ist. Die    Exkursion    endete    nach    einer    kurzen    Besichtigung    der Flambacher      Teiche      und      danach      war      ein      gemütliches Beisammensein     im     Kaffeeparadies     „Regina“     in     Zellerfeld ­angesagt.   Mit   einem   deftigen   Grünkohlessen   in   unserem   Hotel kam    später    der    anspruchsvolle    Tag    zu    seinem    krönenden Abschluss. Die   „betreute“   Exkursion   lag   in   den   Händen   unseres   Tourenleiters Max      Hayart.      Für      die      notwendigen      Informationen      und Aufmunterungen   an   diesem   Regentag   sorgte   Gudrun   Blodau.   Die Tourteilnehmer bedanken sich herzlich dafür! Karsten Matern
Montag, 7. September Morgens   um   9.30   Uhr   sind   wir   mit   dem   letzten   starken   Regen der    Tour    gestartet,    zur    Clausthaler    Marktkirche.    Die    Roller wurden   auf   dem   grauen   Platz   vor   der   Kirche   aufgestellt   und   die Bürgermeisterin begrüßte die Gruppe. Die   Marktkirche   ist   die   größte   Holzkirche   Deutschlands,   eine frisch    restaurierte    Barockkirche.    Seit    2014    ist    sie    in    der ursprünglichen      Farbe      Blau      gestrichen.      Sie      ist      heute Weltkulturerbe   und   eine   sehr   ungewöhnliche   Kirche.   Den   Platz um   die   Kirche   hat   man   von   Bäumen   befreit   und   mit   grauen Steinen   gestaltet.   Das   Dach   ist   mit   Blei   gedeckt,   so   entsteht   ein sehr   nüchternes,   kühles,   aber   interessantes   Erscheinungsbild. Innen     ist     es     eine     schöne     Barockkirche,     aber     nicht     so ungewöhnlich. Dann   ging   es   weiter   Richtung   Goslar   mit   Halt   an   der   früheren Silbergrube    Rammelsberg.    Die    Anlage    haben    wir    von    außen gesehen,   heute   ist   sie   ein   Museum   und   UNESCO   Weltkulturerbe. Es     ging     weiter     zum     Maltermeisterturm     aus     dem     14. Jahrhundert,    dem    ältesten    Teil    der    über    Tage    Anlage    vom Rammelsberg.     Ab     1740     wohnte     der     Maltermeister,     der Holzverwalter    der    Grube    in    dem    Turm.    Heute    ist    dort    ein Restaurant   mit   tollem   Panoramablick,   den   wir   beim   Essen   auch genießen konnten. Gestärkt   und   erholt   fuhren   wir   Richtung   Goslar,   wo   jeder   nach Lust     und     Laune     bummeln     konnte.     Im     Laufe     des     Tages bemerkten   langsam   alle,   dass   zwei   Roller   fehlten,   wir   konnten plötzlich sehr zügig und locker fahren. Auf   dem   Rückweg   fuhren   wir   durch   das   schöne   Okertal   und machten   noch   einen   kurzen   Halt   an   der   Innerste-Talsperre.   Max machte    uns    auf    den    besonderen    Überlauf    für    Hochwasser aufmerksam,    ein    so    genannter    Siphonüberlauf,    eine    ganz seltene Variante. Nach   kurzer   Pause   im   Hotel   sind   alle   zum   Ratskeller   neben   der Kirche    vom    Morgen    gegangen    oder    gefahren.    Dort    gab    es Abendessen. Maren und Jürgen
Dienstag, 8. September Für   heute   ist   eine   große   Ausfahrt   vorgesehen   mit   dem   Ziel   die Stadt Wolfenbüttel und das Bergwerk „Asse“ zu besichtigen. Nach   einem   ausgiebigen   Frühstück   starten   wir   um   7.45   Uhr   mit den   Rollern   vom   Hotel   über   landschaftlich   herrliche   Nebenstraßen mit    wenig    Verkehr    bis    an    den    Ortsrand    von    Goslar.    In    den Waldabschnitten   war   es   schon   empfindlich   frisch,   wir   sehnen   die Sonne herbei. Es   geht   aber   gleich   weiter   in   Richtung   Wolfenbüttel.   Unser   Ziel   ist der      Marktplatz,      wo      eine      Gruppe      mit      Gudrun      eine Stadtbesichtigung   vornimmt.   Hier   wartet   ein   besonderes   Event auf   die   Vespa-Fahrer,   nämlich   einen   „Försterschluck“   zu   sich   zu nehmen,      so      wird      der      Jägermeister-Kräuterschnaps      in Norddeutschland genannt. Es folgte eine Werksbesichtigung. Die     „Asse“-Gruppe     hatte     inzwischen     das     Bergwerksgelände erreicht.   Im   Info-Stand   konnten   wir   uns   schon   einmal   einlesen   in die Geschichte und Entwicklung der „Asse“. Dazu einige Daten in Kürze 1909 - 1964 Abbau von Kali- und Steinsalz –   176   Abbaukammern   in   der   Dimension:   60   m   x   40   m   x   15   m   (B x T x H) – ca. 4,8 Millionen m2 Hohlraum aller Kammern – 12 m3 Zutrittswasser pro Tag aus dem Deckgebirge 1967 - 1978 Einlagerung radioaktiven Abfall –      12.787      Gebinde      (Fässer)      mit      schwach-      und mittelradioaktiven Abfällen – 46.930 m3 Abfallvolumen Es   ist   für   den   Durchschnittsbürger   fast   unvorstellbar,   dass   hier   11 Jahre   radioaktiver   Abfall   eingelagert   wurde   und   nun   seit   ca.   40 Jahren    geprüft    wird,    ob    dieses    ehemalige    Bergwerk    als    ein Atomares Endlager geeignet ist oder wohl doch nicht? Auf      dem      Schachtgelände      empfing      uns      dann      unsere Betriebsführerin     unter     Tage,     Frau     Heike     Hegemann     mit umfangreichen   Sicherheitsinformationen.   Weiterhin   begleitete   uns ein Mitarbeiter des Bundesamtes für Strahlenschutz. Ganz     besonderen     Dank     gilt     unserem     VVCD-Mitglied     und profundem   Kenner   der   Materie,   Max   Hayart,   der   seit   mehr   als   20 Jahren bei der Asse GmbH in führender Stellung angestellt ist. Auch   wird   uns   mitgeteilt,   dass   im   Bergwerk   in   ca.   500   m   Tiefe eine   Temperatur   von   über   30   °C   vorherrscht,   und   dass   jeder Teilnehmer   über   ein   gesundes   Kreislaufsystem   verfügen   sollte, und   nun   trennt   sich   schon   die   Spreu   vom   Weizen   –   nicht   alle Vespisti fahren ein! Mit   entsprechendem,   komplettem   bergmännischem   Grubenzeug (einschließlich    Unterhose-Schiesser    Classic),    Strahlendosimeter und   Helmleuchte   ausgestattet,   fahren   wir   14   Vespisti   mit   Max   und der    Bergwerksführung    sodann    mit    dem    stählernen    Förderkorb unter Tage, bis auf 500 m Tiefe. Die    Schutzheilige    der    Bergleute,    die    heilige    Barbara    wird    uns begleiten. Dort   erwartet   uns   ein   Gewirr   von   Stollen,   großen   Aushöhlungen, technischem        Gerät        und        vielen        Fahrzeugen        zum Personentransport.   Die   Frässpuren   an   Decken   und   Wänden   und die   Größe   der   Stollen   und   Kammern   geben   einen   Eindruck   über die Jahrzehnte andauernden Bergwerksaktivitäten. Ob   der   schweißtreibenden   Temperaturen   sind   alle   Scheiben   der Kleinbusse      ausgebaut,      dementsprechend      kann      sich      der vorhandene      Staub      überall      gleichmäßig      verteilen.      Diese Arbeitsbedingungen   unter   Tage   sind   schon   gewöhnungsbedürftig, aber die Arbeiter vor Ort haben sich offensichtlich daran gewöhnt. Wir    besteigen    einen    VW-Bus    und    fahren    über    verschiedene Stollen   auf   eine   andere   Ebene.   Hier   wurde   uns   die   Fassung   und der Abtransport des eindringenden Sickerwassers gezeigt. Auf    einer    Infoleinwand    erhalten    wir    Informationen    über    die geplante   Entsorgung   und   Bergung   der   Fässer   mit   radioaktivem Abfall. Die Fässer selbst bekamen wir nicht zu ­sehen! Nach   einer   guten   Stunde   geht   die   Führung   ihrem   Ende   entgegen, und   wir   müssen   alle   durch   ein   Strahlenmessgerät   um   eventuelle Strahlung   an   der   Bekleidung   festzustellen.   Erleichterung   tritt   ein, nachdem    alle    die    Messeinrichtung    passiert    haben    und    nichts festgestellt   wurde,   kön­nen   wir   nun   wieder   mit   dem   Förderkorb nach oben fahren. Für     manche     tritt     nun     Erleichterung     ein,     raus     aus     der Bergmannskluft   und   wieder   normalen,   nicht   schweißtreibenden Temperaturen    ausgesetzt.    Abschließend    ist    für    uns    im    Info- Gebäude   eine   kleine   Stärkung   vorbereitet   und   unsere   Begleiter stehen uns noch für Fragen zur Verfügung. Und   dann   schwingen   wir   uns   wieder   auf   unsere   Roller,   um   nach ca.   20   km   über   Landstraßen   gegen   17   Uhr   unser   nächstes   Ziel anzusteuern,   die   Gaststätte   Itschenkrug.   Hier   nehmen   wir   à   la Carte   und   durch   Vorbestellung   eine   deftige   Mahlzeit   zu   uns,   den ganzen Tag an der frischen Luft – das macht Appetit! Vor   Eintritt   der   Dunkelheit   geht   es   wieder   zurück   nach   Clausthal- Zellerfeld   in   unser   Hotel   „Zum   Prinzen“.   Im   dor­tigen   Clubzimmer lassen   wir   die   Ereignisse   Revue   passieren   und   unser   Wirtsehepaar versorgt uns mit Getränken. Bei    dieser    Gelegenheit    möchten    wir    uns    noch    einmal    recht herzlich   bei   Fam.   Pfeil   für   die   freundliche,   familiäre   Aufnahme   in ihrem Hotel bedanken. Ein   Tag   voller   Ereignisse   geht   zu   Ende   und   wird   bei   uns   noch lange in Erinnerung bleiben. Siegfried Aust
Mittwoch, 9. September Es   ist   Mittwoch   und   die   Sonne   schien   schon   zum   Frühstück durchs   Fenster.   Es   wird   ein   langer   Tag   werden,   denn   es   stand eine   Harz-Rundreise   mit   kleinen   und   größeren   Höhepunkten   an. Später   wird   sich   herausstellen,   dass   die   Rollerexkursion   sich über   240   km   hinzog   und   erst   bei   aufkommender   Dunkelheit endete. Die    Fahrt    führte    über    die    Harzhöhen    und    -tiefen,    vorbei    an Stauseen   bis   an   den   Stadtrand   von   Wernigerode.   Dort,   im   vor einigen   Jahren   errichteten   Baumkuchenhaus,   mit   Türmchen   in Baumkuchenform   auf   dem   Dach,   war   unser   erster   Stopp.   Im dortigen     Kaffeehaus     hatte     man     die     Wahl     zwischen     40 verschiedenen    Sorten    Baumkuchen    die,    verbunden    mit    einer Tasse Kaffee, eine Köstlichkeit darstellten. Baumkuchen:   Ein   Teig   aus   Mehl,   Milch,   Butter,   Marzipan   und Eier,   der   in   dünnen,   übereinandergelegten   Schichten   gebacken, 4   Minuten/Schicht,   und   mit   Zucker-,   Nougat-   oder   Schokoglasur überzogen wird. Nach    ca.    1,5    Stunden    war    die    Weiterfahrt    über    Thale    zum Hexentanzplatz     angesagt.     Dort,     auf     dem     großflächigen Felsplateau    oberhalb    des    Bodetales,    versammeln    sich    der Legende   nach   zur   Walpurgisnacht   die   Hexen   und   veranstalten wüste   Tanz-   und   Flugorgien.   Der   heutige   Betrachter   dieses   Ortes findet     neben     den     Resten     einer     germanischen     Fluchtburg mehrere   Souvenirbuden   vor.   Aus   der   einstigen   Kultstätte   wurde über die Zeit ein Rummelplatz für Touris! Trotz   alledem,   der   Blick   über   das   nördliche   Harzvorland   sowie ins   Tal   der   Bode   war   überwältigend.   Richtungsweisend   für   die Rückfahrt   war,   wie   schon   an   den   vorangegangenen   Tagen,   unser Tourenleiter   und   Harzkenner   Max.   Seiner   Übersicht   und   seinem Gefühl    für    interessante    Aspekte    über    und    unter    der    Erde verdankt   die   Rollertruppe   eine   abwechslungs-   und   lehrreiche Tourenwoche    im    Harz.    Gudrun    Blodau    sorgte    mit    Auto    und Anhänger     für     unbelastete     und     sichere     Ausfahrten.     Die Tourteilnehmer bedanken sich dafür herzlich! Karsten Matern
Donnerstag, 10. September Heute   stand   der   Brocken   –   der   bekannteste   Berg   des   Harz   –   auf dem    Programm.    Frühes    Aufstehen    war    angesagt,    denn    die Brockenbahn      am      Bahnhof      Wernigerode      wartet      nicht. Ausnahmsweise   ging   es   per   Auto   über   kleine   Sträßchen   bis   nach Wernigerode zum Bahnhof. Dort   hatten   wir   noch   Zeit   den   Bahnhof   und   die   alten   Wagons nebst     Dampflok     zu     genießen.     Gudrun     hatte     die     Tickets vorbestellt   und   sogar   Sitzplätze   für   uns   reserviert   –   daher   lief alles   problemlos   und   ganz   fix   waren   wir   schon   an   „unserem“ Wagon.   Unbedingt   vorher   nochmal   auf   die   Toilette,   denn   die   alte Bahn braucht 2,5 Stunden bis zum Brockengipfel ... Die   Fahrt   war   ungewohnt   unterhaltsam   für   eine   Tagestour   des Vespa-Veteranen-Clubs,   man   konnte   sich   während   der   gesamten Fahrt      wunderbar      mit      allen      Teilnehmern      unterhalten. Zwischendurch   waren   die   Fotografen   immer   wieder   draußen   auf der   Kanzel   des   Wagons,   um   das   eine   oder   andere   schöne   Bild mit Dampflok zu schießen. Zuerst   ging   die   Fahrt   noch   an   zwei,   drei   Haltestellen   vorbei, bevor   es   dann   ab   dem   Bahhof   „Drei   Anne   Hohne“   langsamer den Brocken hinaufging. Der   Gipfel   des   Brocken   empfing   uns   mit   Nebel   und   eisigem Wind.   Nicht   viel   später   vertrieb   der   Wind   die   Nebelschwaden und    es    gab    sogar    einige    sonnige    Momente    mit    schöner Fernsicht.   Wir   hatten   genügend   Zeit   den   Brocken   auf   eigene Faust   zu   Erkunden.   Neben   der   tollen   Aussicht   und   der   Natur   gibt es    auch    ein    Brockenmuseum    und    diverse    Möglichkeiten    sich kulinarischem zu widmen ... Gegen 16    Uhr    fuhren    die    meisten    Veteranen    mit    der    Brockenbahn wieder   hinunter.   Nur   wenige   „Junggebliebene“   wählten   den   8 Kilometer   langen   Fußweg   nach   Torfhaus   hinunter,   wo   wir   uns alle in gemütlicher Runde zum Abend­essen trafen. Nach   so   viel   Frischluft   (definitiv   ohne   Zweitaktöl)   fiel   für   den einen   oder   anderen   der   gemütliche   Abschluss   in   unse­rem   Hotel bei einheimischen Getränken etwas kürzer aus ... Holger Leib
Freitag, 11. September Eigentlich   befinden   sich   die   Vespisti   der   Harz-Tour   schon   alle   auf   dem   Heimweg.   Aber   Klaus,   Max   und   ich   gönnen   uns   noch   einen   Tag Verlängerung! Nach   Absprache   vom   Vortag,   steuern   wir   heute   das   Bodetal   an.   Eine   landschaftlich   wunderbare   Gegend   im   Süd-Ost-Harz,   vor   der   Wende nicht   erreichbar,   verweilen   wir   einen   Moment   auf   der   Staumauer   der   Talsperren;   nicht   zuletzt   um   uns   etwas   aufzuwärmen,   denn   unsere Strecke   führt   überwiegend   durch   bewaldete   Natur   und   da   war   es   schon   angenehm   frisch   –   Temperaturen   immer   im   niedrigen, zweistelligen Bereich! Vom   Bodetal   geht   es   durch   waldreiche   Gegend   in   Richtung   Stolberg   (nicht   zu   verwechseln   mit   dem   Stollberg   im   Erzgebirge)   aber   ein nicht    weniger    reizvolles,    mittelalter­liches    Kleinstädtchen    mit    vielen    restaurierten    Fachwerkhäusern.    Leider    sieht    Max    nicht    die vorbeiziehende   Schönheit   und   so   rauschen   wir   mit   unseren   Rollern,   nur   einen   kurzen   Blick   werfend   durch   das   Städtchen,   zu   unserem nächsten Ziel, dem Kyffhäuser. Max hatte sich ohne unser Wissen die Erklimmung des Denkmals zu Fuß bis in die Spitze vorgenommen. Der   Kyffhäuser   ist   eigentlich   ein   Gebirgszug,   die   meisten   von   uns   werden   wohl   nur   das   Denkmal   (Barbarossa-Denkmal)   in   Erinnerung haben, das Kaiser Wilhelm I. Ende des 19. Jahrhunderts errichten ließ. Voller   Kraft   und   Ehrgeiz   näherten   wir   uns   der   Spitze,   die   mit   247   Stufen   uns   alle   Energie   abverlangte.   Von   dort   oben   hatten   wir   einen herrlichen Rund-um-Blick auf die Landschaft, zumal das Wetter uns den Ausblick durch klare Luft belohnte. Nachdem   wir   unsere   Roller   wieder   erreicht   hatten,   starteten   wir   auf   der   Rückreise   wieder   in   Richtung   Clausthal-Zellerfeld,   wo   wir   noch mit   Max   sein   neues   Anwesen   besichtigen   konnten.   Anschließend   führte   er   uns   in   sein   Stammlokal   und   dort   ließen   wir   es   uns   noch   einmal richtig schmecken – Kalorien hin oder her, gehungert wird wieder Morgen! Auf   diesem   Wege   unseren   Organisatoren,   Gudrun   und   Max,   einen   großen   Dank   für   den   unermüdlichen   Einsatz,   uns   den   Harz   näher   zu bringen. Dies ist Ihnen gelungen und wir freuen uns schon auf die Revival-Tour in 10 Jahren. Siegfried Aust
© Vespa Veteranenclub Deutschland e.V. 2017 Karl Scharl, Flachstr. 12, 85490 Mauern